Ein neues „Warschauer Ghetto-Museum“ kommt 2023

Fotograf Christoph, Mur Getta, Warschau, 2013

Seit längerem ist die Rede von einem „Ghetto-Museum“ in Warschau. Ein Eröffnungsdatum wurde nun für das Jahr 2023 fixiert. Der Standort wird in einem ehemaligen Krankenhaus an der Sienna-Straße sein, das sich im Warschauer Ghetto befand.

Auf der Seite von Radio Poland (hier) wird auch grob die Zielsetzung beschrieben. Für Piotr Gliński, Minister für Kultur und Nationales Kulturerbe, soll es v.a. die historische Wahrheit erzählen. Der PiS-Politiker hofft natürlich auch, dass es ein Symbol jüdisch-polnischer Solidarität wird. In polnischen Medien (zB. hier) wird berichtet, dass auch das „szmalcownicto“ thematisiert werden soll. Dieser Begriff steht für die Erpressung von Jüdinnen und Juden durch polnische Bürger/innen.

Also ein kritisches Museums? Bei der momentanen polnischen Regierung ist es kaum zu erwarten. Es ist unwahrscheinlich, dass von „der Mauer um die Mauer“ (Israel Gutman) berichtet wird. Oder wie es Jan Karski formulierte: „Das ganze Warschau war ein Ghetto, das ganze Polen war ein Ghetto“.

(Christoph)

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