Museum KZ Płaszów in Krakau. Eine unerwünschte Institution

Zur Erinnerung an das KZ Płaszów wird in Krakau ein neues Museum geplant. Die Institution soll am ehemaligen Gelände des Konzentrationslagers entstehen. Auf Facebook hat sich inzwischen gegen das Projekt Widerstand gebildet. Befürchtet wird, dass ein grünes Naherholungsgebiet den Bewohner*innen des Stadtteils Płaszów verloren geht.

Das KZ Płaszów entstand im Verlauf des Zweiten Weltkrieges u.a. auf zwei jüdischen Friedhöfen. Für die Fundamente der Baracken und die Lagerstraße wurden die Grabsteine von den Friedhöfen verwendet. Auch wenn die genaue Opferzahl unbekannt ist, wird von 5000 ermordeten Personen unterschiedlicher nationaler Herkunft ausgegangen. Die meisten der Ermordeten gehörten dem jüdischen Glaubensbekenntnis an.

Bei den 2017 vom Historischen Museum der Stadt Krakau organisierten archäologischen Ausgrabungen wurden 6000 Objekte gefunden. Sie verweisen auf die Gefangenen und ihr Leben im Konzentrationslager. Diese Objekte sollen nun in einem Museum gezeigt werden. Zu diesem Zwecke wird ein neues Gebäude errichtet, das als ein multifunktionales Memorial geplant ist. Hier werden sich sowohl die Ausstellung, Vermittlungsräume, als auch Büros befinden. Zum Teil wird das Gebäude von Erde zugeschüttet und begrünt sein, so dass nur eine Seite des Gebäudes sichtbar sein wird.


Miasto Kraków: Muzeum – Miejsce Pamięci KL Plaszow

Gegen das Projekt hat sich jedoch inzwischen auf Facebook Widerstand gebildet. Diesbezüglich wurde die FB-Gruppe “Stop Ogradzaniu Krzemionek” gegründet. Sie wendet sich gegen die Zerstörung der Grünfläche. Die Mitglieder*innen argumentieren vor allem mit ökologischen Argumenten. Sie verweisen darauf, dass es in Krakau an Grünflächen mangelt und ihr Leben durch Smog beeinträchtigt wird. (Tatsächlich ist Polen das Land mit stärkster Luftverschmutzung in Europa.) Gleichzeitig beobachten und kommentieren sie jede Bewegung auf dem Areal. Das Auftauchen eines britischen Busses wird genauso dokumentiert und kommentiert wie das Erscheinen zweier PKWs.

Michał Niezabitowski, Direktor des Historischen Museums der Stadt Krakau, versucht dabei auf sie zuzugehen. Er versichert, dass die Zugänglichkeit zu der Grünfläche bestehen bleibt. Nur kleine Eingriffe werden erfolgen wie das Aufstellen von Informationstafeln, Bänken und Mülleimern sowie das Errichten von Wegen zu den wichtigsten Punkten des ehemaligen Konzentrationslagers. Es sind jedoch Argumente, welche die Mitglieder*innen der Gruppe nicht zu überzeugen vermögen. Der eigentlich offene Dialog mit unterschiedlichen Institutionen und der Bevölkerung ist bis jetzt also von Kommunikationsstörungen geprägt.

Siehe auch:
Agnieszka Maj: Muzeum na terenie obozu koncentracyjnego. Protest mieszkańców. In: interia fakty, 19. Juli 2019.
Małgorzata Mrowiec: Kraków. Wydobywana historia Płaszowa. Jak powinno funkcjonować muzeum? In: Dziennik Polski, 24. Juni 2019.
Muzeum – Miejsce Pamięci KL Plaszow: trwają konsultacje. In: MAGICZNY KRAKÓW, 8. Juli 2019.
Muzeum – Miejsce Pamięci KL Plaszow. In: MAGICZNY KRAKÓW, 17. Juli 2019.
Polen mit stärkster Luftverschmutzung in Europa. In: polenjournal.de, 05. November 2018.

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