Noch kein Neubau für Museum für Moderne Kunst in Warschau

Collage Christoph nach dem Entwurf von Thomas Phifer and Partners

Seit Beginn der Woche ist bekannt, dass der Bau des neuen Museums für Moderne Kunst (Muzeum Sztuki Nowoczesnej) in Warschau sich wieder verzögert. Bis dahin bleibt das Museum in seiner vorläufigen Bleibe in einem ehemaligen Möbelgeschäft in der Nähe des Kulturpalastes.

Das 2005 gegründete Museum ist eines der beliebtesten und wohl wichtigsten Kunstmuseen Polens. Bereits seit dem Gründungsjahr wird auf einen Neubau im Zentrum Warschaus gewartet. Dieser soll direkt vor dem Kulturpalast und in der Nähe des Zentralbahnhof errichtet werden. Der Entwurf ist von Thomas Phifer and Partners aus New York City. Es besteht aus zwei Gebäuden, wobei das Museum sich nur in einem befinden wird. Das zweite Haus wird der neue Sitz des TR Theaters (Teatr Rozmaitości w Warszawie) werden. In dem neuen Museumsgebäude werden sich laut Plan eine Bibliothek, ein Auditorium, ein Kino, ein Café sowie mehrere Vermittlungsräume befinden. Gleichzeitig soll es das Experimentelle Sudio des Polnischen Radios (Studio Eksperymentalne Polskiego Radia) beherbergen, das zwischen 1954 und 2004 bestand. Es zählt zu den frühesten Institutionen, die sich mit elektronischer Musik beschäftigt haben.

Auf dem Entwurf sehen beide Gebäude beeindruckend aus. Das Museum für Moderne Kunst soll mit einem transluzenten Fiberglasstoff umhüllt sein, wobei das Erdgeschoss voll verglast sein wird. Es steht vor dem Theater, das sich zwischen jenem und dem Kulturpalast befindet. Das TR Theater ist lichtundurchlässiger. Es wird aus leicht reflektierenden Gussmetallgitter-Elementen bestehen. Zwischen beiden Häusern ist ein öffentlicher Raum eingeplant, der für Ausstellungen, Konzerte, sowie künstlerische Aktivitäten von beiden Institutionen genutzt werden kann.

Für die Umsetzung des Projekts wurden 375 Millionen Zloty eingeplant und entsprechend ausgeschrieben. Bis 10. September 2018 hat sich jedoch kein einziges Unternehmen gemeldet, das bereit wäre, dieses Projekt umzusetzen. Es liegt wohl an den U-Bahn-Stationen und Verbindungswegen unterhalb den geplanten Gebäuden, die das Projekt schwieriger gestaltet als es auf dem Papier aussieht. Nach einem das Projekt umsetzenden Unternehmen wird nun weiter gesucht. Bis dahin bleibt das Museum in der Möbelhalle und der Kulturpalast ohne schicke Nachbarn. In meinem Blogartikel »Warschau im Licht der Neonreklamen« habe ich bereits darauf hingewiesen, dass immer wieder Ideen geäußert worden sind, den Kulturpalast zu verstecken. Die Gebäude des Architekturbüros Thomas Phifer and Partners sind nicht nur im Sinne der Belebung des Platzes, sondern wohl auch ein bisschen in diesem Kontext zu sehen.

Sehe:

Thomas Phifer and Partners : Modelle Museum für Moderne Kunst in Warschau und TR Theater

Przetarg na wykonawcę gmachu muzeum. In: artmuseum.pl, 24. März 2018

Muzeum Sztuki Nowoczesnej. Żadna firma nie chce budować przed PKiN. Czy inwestycja powstanie? In: warszawa naszemiasto.pl, 11.September 2018

Pechowa Inwestycja. Nikt Nie Chce Budować Siedziby Muzeum. In Aktualnośći 24, 11.September 2018

Kulturelle Neubelebung. Thomas Phifer baut Museum und Theater in Warschau. In: BauNetz, 30. September 2015

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.