Aura/ Authentizität

G. Korff: »In der Aura steckt das »vergessene«, an das vermittels der Dinge rückerinnert werden kann. Die Aura heftet sich nicht nur an das Schöne im Original, sondern an seine Echtheit und seine Authentizität. Daß diese Authentizität im Museum beeinträchtigt und gestört wird, daß der Gegenstand durch seine Isolierung und durch seine Präsentation von seiner früheren Bedeutung entfernt wird, ist freilich nach Benjamin noch kein Nachteil, weil Störeffekte in der Betrachtung durchaus die Wahrnehmung fördern und sogar intensivieren können. Benjamin wollte diesen Störeffekt (er nannte ihn »choque«) sogar in jede Geschichtspräsentation eingebaut wissen. Er empfahl den Museums- und Ausstellungsplanern, mit Momenten der Überraschung, mit optischen Tricks, eben mit dem Wahrnehmungsschock zu arbeiten.«

Gottfried Korff: Objekte und Information im Widerstreit. In: Martina Eberspächer, Gudrun Marlene König, Bernhard Tschofen (Hg.): Gottfried Korff. Museumsdinge: deponieren – exponieren, Köln 2007, S. 113–125, S. 121.