Deutungshoheit/ Geschlechterordnungen in Museum

Roswitha Muttenthaler: »Museen stützen nicht nur durch Einschluss- und Ausschlussverfahren Herrschaftsdiskurse, auch durch die Art, wie Inhalte präsentiert werden, manifestieren sich gängige Konstruktionen der Geschlechterverhältnisse und im Umgang mit unterschiedlichen Ethnien sowie marginalisierten sozialen Gruppen. Im Unterschied zu museal vernachlässigten sozialen Schichten – wie ArbeiterInnen, die bis in die 1970er Jahre kaum in Museen vertreten waren, oder Erwerbslose oder MigrantInnen, die bis heute in den meisten Museen fehlen – stellte sich die Situation bei Frauen und ethnischen Gruppen etwas anders dar. Denn insbesondere Kunstmuseen waren immer schon voll von Frauenbildern ebenso wie die ethnographischen Museen voll von Darstellungen fremder Kulturen waren. Die Frage war hier vielmehr die nach der (Verfügungs-)Macht über die Bildproduktionen und Narrative.«

Roswitha Muttenthaler: Museum – Differenz – Vielfalt. Schreib- und Denk-Werkstatt Museologie Drosendorf 2007, S. 6. In: http://www.iff.ac.at/museologie/service/lesezone/Muttenthaler_Roswitha_Museum_Differenz_Alteritaet.pdf