Ding/ Objekt/ Exponat

B. Hilmer: »Die Museumsdinge dienen der abschiedlichen Erinnerung und fungieren als Übergangsobjekte, weil sie in einer Sphäre der Zeitlosigkeit auftreten. Diese Stille geht aber nicht von leeren Räumen aus, sondern von Dingen. Die Ruhe muss also irgendwie bei den Dingen anknüpfen. Dinge weisen als beharrlich über die Zeitstelle, an der sie uns erscheinen, hinaus, sie bieten uns Substantialität und Dingkonstanz. Diese Erstreckung in der Zeit verdanken sie ihrer Verankerung im Raum, ihrer Materialität. Die Ruhe der Dinge scheint etwas mit der ihnen eigenen Räumlichkeit zu tun zu haben. Sie nehmen nicht nur Raum ein, sondern sie nehmen ihn auf und richten ihn auf sich aus. Insofern bilden sie Orte.«

Brigitte Hilmer: Knochen, Krug und Käferstein. Weltbildende Dinge und die philosophische Kritik des Fetischismus. In: Bernadette Collenberg-Plotnikov (Hg.): Das Museum als Provokation der Philosophie. Beiträge zu einer aktuellen Debatte, Bielefeld 2018, S. 167–181, S. 174.