Ding/ Objekt/ Exponat

K. H. Lembeck: »Das Ding in der Ausstellung, das Exponat, will keine Abbildung sein, will nicht irgendwie ›ähnlich‹ sein den Dingen da draußen vor der Tür. Hier soll sich die Welt nicht wiederholen, gewissermaßen auf sicherem Terrain der Kontemplation gewidmet. Und die versammelten Weltdinge sind hier nicht bloß Exemplare für Typisches, nicht bloß Stücke aus Serien, und sind auch per se nicht geheiligt als je Authentisches im Sinne des ›Einst-selbst-dabei-Gewesenen‹. Die Dinge der Ausstellung konstituieren vielmehr ihre ganz eigene Wirklichkeit, eine womöglich gesteigerte Wirklichkeit, weil diese sich hier in ihnen selbst darstellt. Allenfalls in diesem eminenten Sinne des ›Selbst-Seienden‹ ist dann von ›Authentizität‹ des Museumsstücks zu sprechen. Die Dinge der Ausstellung sind somit durchaus ›repräsentativ‹ – aber dann ganz in der alten sakralrechtlichen Bedeutung des Wortes: etwas Gegenwärtig-sein-Lassen-im-Sich-selbst-Zeigen.«

Karl Heinz Lembeck: Die Selbstdarstellung im Museum. In: Bernadette Collenberg-Plotnikov (Hg.): Das Museum als Provokation der Philosophie. Beiträge zu einer aktuellen Debatte, Bielefeld 2018, S. 183–197, S. 195.