Ding/ Objekt/ Exponat

M. Sommer-Sieghardt: »Als ein Informationsangebot für BesucherInnen, die sich für die zeitlich begrenzten Interessenschwerpunkte von Museumssammlungen und Entwicklungen der Wissenschaftsgeschichte interessieren, sollte bei jedem ausgestellten Objekt die Geschichte des Erwerbs oder zumindest das Erwerbungsdatum ausgeschildert werden. Ein »Ad on« wäre zudem die Angabe der Ausstellungsdaten des Objekts. Denn allein an der zeitlichen Verortung zeigen sich Konjunkturen des Gedächtnisses: Wann erschien das jeweilige Objekt sammlungswürdig? Wie oft wurde es tatsächlich ausgestellt? Darüber hinaus führen diese Angaben den RezipientInnen zwei der Kernaktivitäten der Institution Museum vor Augen: Erstens die Aktivität des Sammelns selbst und zweitens den kuratorischen Akt des Auswählens dessen, was aus der Tiefe der Depots zutage befördert und ausgestellt wird. Die Vergangenheit wird als Konstruktion entlarvt, die – auf der Grundlage wissenschaftlicher Arbeit – erfolgte Interpretationsleistung der beteiligten AkteurInnen verstärkt sichtbar gemacht.«

Monika Sommer-Sieghardt: (Kultur-)Historische Museen als Gegenwartsrelevante Diskursräume. In: Charlotte Martinez-Turek, Monika Sommer (Hg.): Storyline: Narrationen im Museum, Wien 2009, S. 74–92, S. 86.