Dingkarrieren

H. Doering: »Kulturelle Artefakte, die in ein Museum gelangen, haben eine von der »Normalbiographie« der Dinge, die auf den Tod, das heißt den Zerfall, zuläuft, abweichende Biographie. Ihre Karriere zum Ausstellungsobjekt durchläuft eine Reihe aufeinander folgender Phasen, die jeweils mit einem Bedeutungswandel verknüpft sind. Erst durch das Durchlaufen dieser Phasen wird ein Objekt konstruiert, das heißt, überhaupt erst zu einem solchen gemacht. Zuvor stellt es einen alltäglichen Gebrauchsgegenstand in seiner Herkunftskultur dar, von dem aus es, über das Gesammelt-Werden, als ein Sammelstück ins Museum gelangt. Dort wird es im Verlauf der einzelnen Phasen zu einem Ausstellungsobjekt gemacht.«

Hilke Doering: Dingkarrieren: Sammelstück, Lagerstück, Werkstück, Ausstellungsobjekt. Zur Konstruktion musealer Wirklichkeit. In: Rosmarie Beier (Hg.): Geschichtskultur in der Zweiten Moderne, Frankfurt am Main, 2000, S. 263–278, S. 264.