Jüdisches Museum

S. Offe: »Als Museen sind [Jüdische Museen] Denkmale in dem dreifachen Sinne, den Hubert Krins für die Denkmalpflege formuliert hat: „historisch bezeugen sie 1) jüdisches religiöses Leben in einer christlichen Umwelt, zeitgeschichtlich bezeugen sie 2) durch ihre Zerstörung die NS-Gewalt, und 3) schließlich durch ihren heutigen Zustand und die aktuelle Nutzung die Umgangsformen mit der NS-Geschichte und dem jüdischen Erbe. In diesem Sinne ist jede Synagoge zunächst vor allem ein Denkmal der deutschen Geschichte“. Es waren in nur wenigen Fällen Sammlungen, Objekte oder Dokumentationen der Ortsgeschichte, die eine Unterbringung suchten, sondern die „wiederentdeckten“ Gebäude sollten genutzt oder vielmehr in einer neuen Weise umgenutzt werden.«

Sabine Offe: Ausstellungen, Einstellungen, Entstellungen. Jüdische Museen in Deutschland und Österreich, Berlin 2000, S. 86.