Musealisierung

W. Zacharias: »Der Prozeß der Musealisierung ist notwendig immer schon ‘Mißbrauch’ des historischen Gegenstandes, seine scheinbare Entfremdung aus seinem vorgefundenen Kontext.“ Allerdings öffnet das neue produktive, Z. B. ästhetische Freiheiten. Diese aber kompensieren nicht, sondern schaffen irgend ein Neues, in der Akzeptanz des offenen Umgangs mit dem musealen Fragment, mit dem nicht einfach abgebildet wird: „Die Institution Museum beruht sui generis auf Fragmenten, das museologische Phantasma, durch geschickte visuelle Präsentationsstrategien einem wie auch immer gearteten (und gleich wohl rhetorischen) Effekt des (historischen) Realen hinterherzujagen, bedeutet damit eine Selbstverleugnung des Mediums Museum per se.“«

Wolfgang Zacharias: Zeitphänomen Musealisierung. Zur Einführung. In: Wolfgang Zacharias (Hg.): Zeitphäomen Musealisierung. Das Verschwinden der Gegenwart und die Konstrukion der Erinnerung, Essen 1990, S. 9–30. S. 13.