Musealisierung

G. Fliedl: »Musealisierung zielt auf die Erhaltung der Objekte in ihrer materiellen Identität über einen langen, im Grunde unbegrenzt gedachten Zeitraum hinweg. Kein Museum sammelt in der Perspektive eines definierten Zeithorizonts, restauratorische und konservatorische Maßnahmen kalkulieren nicht wissentlich und willentlich eine zeitlich begrenzte Verwahrung ihres Objektbereiches ein. Das Museum bewahrt ‘auf Dauer’. Als ‘Ewigkeitswerte’ negieren die Museumsdinge aber ihre eigene geschichtliche Wandelbarkeit, im Grunde auch künftige Veränderung in Gebrauch, Verwahrung und Deutung.«

Gottfried Fliedl: Testamentkultur: Musealisierung und Kompensation. In: Wolfgang Zacharias (Hg.): Zeitphäomen Musealisierung. Das Verschwinden der Gegenwart und die Konstrukion der Erinnerung, Essen 1990, S. 166–179, S. 172–173.