Museum

S. Offe: »Museen konstituieren […] eine Gedächtnisbeziehung. Sie wird erst in der Wechselwirkung zwischen „Repräsentationen, Praktiken und Aneignungsweisen“ lesbar. In dieser Wechselwirkung verschränken sich die strukturellen Geltungsansprüche der Institution Museum, in denen sich deren Geschichte und Tradition behauptet, mit den Erfahrungen, die die Besucher mit ihr machen. Die Institution gibt ein Repertoire an Erzähl- und Darstellungsweisen vor, deren Bedeutungen werden jedoch erst in der Weise realisiert und zu „Erzählungen, in der Subjekte auf diese Vorgaben reagiert. Museumsbesucher sind mit ihrer eigenen Geschichte, sie sind psychisch und physisch an der Hervorbringung von Museumserzählungen – dem common objects der Erinnerung – beteiligt.«

Sabine Offe: Ausstellungen, Einstellungen, Entstellungen. Jüdische Museen in Deutschland und Österreich, Berlin 2000, S. 294.