Museum

M. Fehr: »Strukturell betrachtet sind Museen weder Medien noch wissenschaftliche Institutionen, auch wenn sie medial auftreten und wissenschaftliche Funktionen übernehmen können. Museen sind vielmehr eigenständige kommunikative Systeme, die, wie andere soziale Systeme, sich durch ihre Operationen selbst erschaffen und Verbindlichkeit in dem Maße erlangen, wie sie sich entfalten. Museen sind daher historische Orte primär nicht, weil sie mit historischen Objekten umgehen, sondern weil sie über den Umgang mit ihren Beständen – ihren Operationen – eine eigene Geschichte entwickeln, die sie zu individuellen Institutionen macht. Dabei bleibt das spezifische Merkmal des Museums, dass es die Objekte nur symbolisch bearbeitet und, wie ein Schneckenhaus, rekursiv im Raum operiert, mithin seine eigene Geschichte zum Gegenstand seiner Operationen machen kann.«

Michael Fehr: Zur Theorie des Historischen Museums, S. 1–9, S. 4. In: http://www.farbmalerei.org/Texte/Fehr_Theorie_Museum.pdf
Auch in Barbara Christoph, Günter Dippold (Hg.): Geschichte im Museum. Objekte und Konstrukte, Bayreuth 2012, S. 63-80.