Sammeln

A. U. Sommer: »Sammelnde Museen sind überhaupt ideale Sachwalter einer Relativierungskultur. Sie lehren einen, alles ins Verhältnis zu anderem zu setzen. Moderne Museen bringen nicht mehr das Normative, das Klassische zur Anschauung, sondern das Andere, das Abweichende, das Fremde. Die Sammlung, sowohl die private als auch die öffentliche, setzt ins Verhältnis, in Beziehung – die Kultur- (oder wahlweise) Naturgegenstände zueinander, aber auch zu uns als Betrachtern – und als Sammlern. Die Sammlung verbindet. Sie ist die geborene Relativiererin.«

Andreas Urs Sommer: Zur Philosophie musealen Sammelns. In: Bernadette Collenberg-Plotnikov (Hg.): Das Museum als Provokation der Philosophie. Beiträge zu einer aktuellen Debatte, Bielefeld 2018, S. 155–166, S. 164–165.