Vermittlung

C. Mörsch: »Kulturvermittlung als (hegemonie-)kritische Praxis betont das Potential der Differenzerfahrung beim Bilden mit Kunst und setzt dem Effizienzdenken die Aufwertung von Scheitern, von Suchbewegungen, von offenen Prozessen und offensiver Nutzlosigkeit als Störmoment entgegen. Anstatt Individuen den Willen zur permanenten Selbstoptimierung als beste Überlebensoption anzubieten, stellt sie Räume zur Verfügung, in denen – neben Spass, Genuss, Lust am Machen, Schulung der Wahrnehmung sowie der Vermittlung von Fachwissen – auch Probleme identifiziert und bearbeitet werden können. In denen Dissens konstruktiv wahrgenommen wird.«

Carmen Mörsch: Arbeiten in Spannungsverhältnissen 6: Kulturvermittlung zwischen Legitimationsbedarf und Hegemoniekritik. In: Institute for Art Education der Zürcher Hochschule der Künste (Hg.): Zeit für Vermittlung. Eine online Publikation zur Kulturvermittlung, 2012, S. 159–166, S. 161f.