Vermittlung

B. Hochkirchen: »Das Objekt ist seiner ursprünglichen Herkunft entnommen und wird in neue Kontexte gesetzt. Solche Kontexte werden in expositorischen Vermittlungssituationen etwa durch Objektarrangements oder eine Zeitauswahl geschaffen. Durch die Veränderung des Umfelds, in dem das Objekt präsentiert wird, wandelt sich auch die Bedeutung oder Botschaft, die Objekt vermeintlich ›entspringt‹. Sie ist eben nicht substanziell gegeben, sondern wird konstruiert, sie ist keine inhärente Qualität, sondern wird von außen an das Objekt herangetragen. Deshalb muss Vermittlung immer in ihrer Bedeutung stiftenden Funktion begriffen werden. Eine ›unschuldige‹, ›neutrale‹ oder gar ›objektive‹ Form des Ausstellens und Vermittelns, die die Bedeutung nicht durch den Akt selbst herstellt, ist unmöglich. Allein die Auswahl des Nicht-Gezeigten ist der Vollzug einer Setzung.«

Britta Hochkirchen: Das Für und Wider der Fiktion. Literaturvermittlung zwischen Immersion und Reflexion. In: Britta Hochkirchen, Elke Kollar (Hg.): Zwischen Materialität und Ereignis. Literaturvermittlung in Ausstellungen, Museen und Archiven, Bielefeld 2015, S. 199–215, S. 203.